Veröffentlichungen von Max Tandler

1933 "Aus dem Erzgebirge" (Gedichtsammlung / Selbstverlag Max Tandlers)
1936 "Mei Gebarche du" (Gedichtsammlung / Verlag Max Kraus in Reichenberg)
1937 "Erzgebirgsweisen" "Stimmen der Landschaft" (Gedichtsammlungen / Bastei - Verlag Dresden)
1952 "Erzgebirgsweisen" (Ausgabe vom Kammweg Verlag)
1956 "Spruchweisheit auf erzgebirgisch"
Folgejahre: "Spruchkalender", "Die Mutter an der Wiege", "Einkehr"
1965 "Freit eich, ihr Leit" (Schallplatte gesprochen und gesungen von Max Tandler/ Aufstiegs-Verlag München)
1998 "Besinnliches aus dem Erzgebirge" (gesammelte Werke im Eigenverlag des Arbeitskreises Böhmisch-Zinnwald)
2008 CD "Dr Steigermax derzehlt", Originalaufnahmen von Max Tandler in der Mundart von Zinnwald im Erzgebirge (Erzgebirgszweigverein Zinnwald-Georgenfeld)

Ewos üwer mich salwer.

De meisten vun Eich warn wissen, wu Ziewald liecht.
Wenn m’r uff’n kartschstn Waache vun Drasden noch Teplitz
will oder imgekehrt, do muß m’r üwer Ziewald fohrn.
Ziewald liecht ganz druum um Arzgebarche uff der Grenze.
Dorte bie ich uff de Walt kumm und aufgewochsen und
wie se dorte reden, su tu ich schreim.

Mei Votter wor Bargmoo und is on de dreißich Johre lang
Owersteicher um Arzbargbaue gewast, Votter sei Votter wor
a Bargmoo, Votter sei Votter sei Votter wor’s a und Votter
sei Votter sei Votter sei Votter war a wieder Bargmoo. Wos
da sei Votter wieder wor, weeß ich ni, ower er ward a wieder
nischt anders gewast sei ols Bargmoo, höchstens, des er wär
Hulz machen gan(g) in Buusch.

Ewos anders gob’s ju dozemo ni um Ziewalde.
Ich bie schun o(l)s Junge vun Ziewalde fortkumm und ho
Ginasium schtudiert, in Krieche wor ich Soldote und nochn
Krieche ho ich olln Tud und Teifl ogefan(g),
bis ich bie endlich Schullehrer wurn.

Itze bie ich bei Korlsbod on enner Schule ogeschtallt.
Ziewald ho ich ower ni vergassen und immer wieder treibt’s
mich mo naus zun da ormselichen, verhutzelten Abschbeerbeemern,
zun da klenn Heiseln mit da Vierheiseln vorne dro, zun da ruten
Heede und da schinn Blümeln, in Buusch treibt’s mich naus, zun
Schniee treibt’s mich naus, ins Stöwerwatter und in Nawl.
Worum, des weß ich salwer ni.

Die Gedichteln und Geschichteln, wos ich schreiwe, folln mir
halt su ei und do namm ich enn Bleistift und schreib se auf.
Mehr is üwer mich ni ze soo.

(Jänner 1937, Max Tandler)